Hör-Programm

Hörspielprogramm

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Schwerpunkt REALITÄTEN AM ANFANG
– NACHWUCHS & NEUE TALENTE

Barcamp RADIOPHONE ERZÄHLUNG & GERÄUSCHKULISSE-Preis 2018

16.12.2018    18 Uhr    im Atelier ART_ONLY,  Westwerk, Karl-Heine-Str. 89

Geräuschkulisse Design in gelb-grünIn der letzten Veranstaltung des Jahres dreht sich alles um den Nachwuchs. Am Sonntagabend präsentieren die jungen Autorinnen und Autoren eine Auswahl ihrer Produktionen. Da heißt es Ohren auf für neue Impulse und frischen Wind für Hörspiel, Feature und Klangkunst! Ein Publikumsgespräch mit den Neuen Talenten folgt sogleich. Am Ende des Abends entscheidet das Publikum, welches Hörstück den Geräuschkulisse-Preis 2018 verliehen bekommt!

Vorab am Wochenende wird gemeinsam mit renommierten Autor*innen, den Studierenden und neuen Talenten ein Barcamp stattfinden. Barcamps bestehen aus Vorträgen und Diskussionsrunden. Alle Teilnehmer*innen sind aufgefordert, selbst einen Input beizusteuern. Ergänzend und zur Inspiration gibt es Impulsvorträge renommierter Autor*innen.

MITWIRKENDE SIND STUDIERENDE FOLGENDER INSTITUTIONEN mephisto 97.6, Experimentelles Radio Bauhaus-Universität Weimar, Auditive Medien Hochschule Merseburg, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, Deutsches Literaturinstitut Leipzig und Digitale Medien Leuphana Universität Lüneburg u.a.

Weitere Informationen & alle aktuellen News für alle Interessierten HIER und auf facebook.

Anmeldung für das Barcamp und Preiseinreichung bis zum 30. November 2018.

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Schwerpunkt HISTORISCHE DRAMATIKEN
– LIPZKIN. KONGO & HIER.

LUMUMBAS ERBEN
Wie ein Lobbyist für Afrika kämpft

von Johanna Bentz & Veronica Frenzel
mit Veronica Frenzel & Boniface Mabanza

18.01.2019    19 Uhr    im GRASSI Museum, Johannisplatz 5-11

Malerei an Schultafel, Frau mit Sprechblase: L'éducation de base est l'arme la plus forte de l'être humainDer Deutsch-Kongolese Boniface Mabanza ist fest überzeugt: Die Lösungen für Afrika liegen in Afrika selbst. Nur in Europa und im Westen weiß niemand davon. Als Lobbyist für seinen Kontinent ist er angetreten, das zu ändern. Nicht Charity oder Entwicklungshilfe seien die Lösung für Afrika, sondern Empowerment und radikales Umdenken. Dafür ist er dauernd unterwegs – in Deutschland, Europa, Afrika. Unermüdlich kämpft er für gerechte Arbeitsbedingungen und faire Chancen. Das dokumentarische Hörstück macht erlebbar, wie koloniale Strukturen bis heute fortbestehen. Für das anschließende Gespräch laden wir nicht nur eine der Autorinnen ein, sondern auch den Protagonisten.

LÄNGE 55’00
 
Johanna Bentz, geboren 1982, lebt als Autorin und Regisseurin für Film und Radio in Berlin. Sie studierte Regie für Dokumentarfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg. Bereits während des Studiums präsentierte sie ihre Arbeiten im Fernsehen und auf internationalen Festivals. Ihr Dokumentarfilm «Die Verführungskünstler» erhielt 2013 den Baden- Württembergischen Filmpreis. Ihre Geschichten erzählen vom Leben im politischen Abseits, erlauben Einblicke in Parallelwelten.
 
Veronica Frenzel, geboren 1982, lebt als freie Journalistin in Berlin. Sie schreibt über Flucht, Vertreibung und alles, was dahinter steckt – u.a. für den Stern, die Zeit, Neon und das SZ-Magazin. Für ihre Reportage «Der Preiskampf» erhielt sie den Axel-Springer-Preis. Mit einem IJP-Stipendium hat sie zuletzt mehrere Monate in Kenia und Mozambique recherchiert.
 
Dr. Boniface Mabanza wuchs in der Demokratischen Republik Kongo unter der Militärdiktatur Mobutus auf. Er studierte Philosophie, Literaturwissenschaften und Theologie in Kinshasa und promovierte an der Universität Münster. Seit 2008 arbeitet er als Koordinator in der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) in Heidelberg.

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Schwerpunkt HISTORISCHE DRAMATIKEN
– LIPZKIN. KONGO & HIER.

HERZ DER FINSTERNIS

von Orson Welles, nach Joseph Conrad

24.02.2019    18 Uhr    im Atelier ART_ONLY,  Westwerk, Karl-Heine-Str. 89

Es sollte der erste Film von Orson Welles in Hollywood werden, nachdem er mit seinem Mercury Theatre im Radio Furore gemacht hatte: «Heart of Darkness» nach der berühmten Erzählung von Joseph Conrad. Er erzählt von einer Reise zum letzten weißen Fleck dieser Erde, in den unermesslichen Dschungel im Innern Afrikas – noch kaum entdeckt, aber schon brutal ausgebeutet. Der Abenteurer Marlow wird von einer kolonialen Handelsgesellschaft ausgeschickt, ihren verlorenen Agenten Kurtz zu finden. Seine Suche wird zu einer Reise ins Herz des Bösen. Denn im Innersten des „dunklen Kontinents“ entdeckt die Zivilisation das Dunkle, Fremde, Böse in sich selbst.

1939 verfasst sollte Welles‘ «Herz der Finsternis» auch eine Parabel werden auf das Böse, das sich im Herzen der europäischen Zivilisation, in Deutschland, gerade Bahn brach. Ein Film, der legendär zu werden versprach – und Legende blieb. Eine akustische Reise ins Herz der Finsternis und in einen imaginären Film. Denn Orson Welles scheiterte an der Verfilmung von Joseph Conrads berühmter Novelle. Dem nie umgesetzte Drehbuch lauschen wir als Hörspiel und durchleuchten koloniale Geschichte, aber auch deren Spuren in der Gegenwart und in uns selbst. Fünf Teile zu je 30 Minuten gibt es zu hören, dazwischen ausreichend Pausen für Gespräch und Reflexion.

LÄNGE 125’00
PRODUKTION WDR 2016

https://www.facebook.com/events/723401334705340/

Orson Welles, geboren 1915, gestorben 1985, war ein US-amerikanischer Filmregisseur, Schauspieler und Autor. Obwohl viele seiner Projekte nie verwirklicht wurden, gilt er als einer der künstlerisch einflussreichsten Regisseure des Kinos. Sein erster Kinofilm «Citizen Kane» wird oft als das bedeutendste Werk der Filmgeschichte bezeichnet und bis heute häufig zitiert. Mit seinem berühmten Hörspiel «Der Krieg der Welten» sowie mit seinen wegweisenden Broadway-Inszenierungen war er auch für Radio und Theater ein bedeutender Innovator.

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Schwerpunkt HISTORISCHE DRAMATIKEN
– PRALIPZ. TSCHECHIEN & WIR.

IN TRINKSAIFEN WAREN WIR ZUHAUSE

Von & mit Eva Blechová

21.03.2019    20:30 Uhr    im Hostel & Garten Eden, Demmeringstr. 57

Alte Ansichtskarte: Blick auf den Ort TrinksaifenDas dokumentarische Hörspiel porträtiert das Schicksal dreier Frauen, die in den 1920er Jahren an der Grenze der damaligen Tschechoslowakei im deutschen Dorf Trinksaifen geboren wurden. Sie haben den größten Teil ihres Lebens auf dem Kamm des Erzgebirges gelebt, maßgeblich bestimmt von den Wirren des Zweiten Weltkriegs und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus dem Sudetenland. Wir hören die Geschichten der Gebliebenen, aber auch die einer Landschaft, des Alterns und der Fähigkeit, sich mit dem eigenen Schicksal auseinanderzusetzen. Wir spielen das Feature in tschechischer Originalsprache mit deutschen Untertiteln auf einer Leinwand. Das anschließende Gespräch ist auf englisch und wird ins Deutsche übersetzt.

LÄNGE  36’00
PRODUKTION   Český rozhlas 2013

https://www.facebook.com/events/1980755532038143/

Eva Blechová, geboren 1968, arbeitet als Autorin von Dokumentationen und Hörspielen für das tschechische öffentlich-rechtliche Radio Vltava. Ihr Stück «V Trinksaifen jsme byly doma» wurde 2013 für den Prix Europa nominiert. «Pro Patria Mori», ein Theaterstück zum Jahrestag des Ersten Weltkriegs, wurde beim Prix Marulič und beim Prix Bohemia 2015 ausgezeichnet.

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Schwerpunkt HISTORISCHE DRAMATIKEN
– PRALIPZ. TSCHECHIEN & WIR.

AUCH ICH WAR EIN BITTSCHÖN

Von & mit Helmut Kopetzky

29.04.2019    20:00 Uhr    im Hostel & Garten Eden, Demmeringstr. 57

Blick auf einen BergkammDieses Radiofeature ist ein politisch-literarisches Pionierstück. Erstmals arbeiteten deutsche und tschechische Radiomacher in der ersten deutsch-tschechischen Co-Produktion nach der politischen Wende in Prag zusammen und produzierten das Hörstück sowohl in deutscher als auch in tschechischer Fassung. Es ging um ein brisantes Thema: die Sudetendeutschen. Helmut Kopetzky verknüpft seine eigene Familiengeschichte mit der allgemein politischen Geschichte. Er besuchte seinen Geburtsort sowie Landsmannschaftstreffen und zeigt, dass seine private Recherche nichts mit den Ansprüchen der Vertriebenenpolitiker zu tun haben muss. Kopetzky portraitiert die Schwierigkeiten im Gegenübertreten von ehemals Vertriebenen und ehemals Neu-Angesiedelten am historischen Ort der Vertreibung. Die Hörer*innen sind mittendrin wenn übersetzt, gezögert und missverstanden wird. Der Autor ist hier differenziert beobachtender Erzähler und fragiler Protagonist zugleich. Das Hörstück erhielt 1995 den Prix Futura.

https://www.facebook.com/events/357114401704768/

Helmut Kopetzky, geboren 1940 in Nordmähren, lebt als Audio-Produzent in Fulda. Von 1970 bis 1994 war er freier Rundfunk-Autor und -Regisseur, danach Redakteur der Feature-Abteilung des SFB. 2002 erhielt er den Prix Europa für «Logbuch einer Notrettungsstation». Von 2002 bis 2008 arbeitete er als Coach für die Master School der Europäischen Rundfunkunion. Kopetzky erhielt als erster Feature-Autor den Axel-Eggebrecht-Preis für sein Lebenswerk. Er ist Urgestein des deutschsprachigen Radiofeatures, Verfechter der Subjektivität und der eigenen Handschrift.

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Schwerpunkt HISTORISCHE DRAMATIKEN
– PRALIPZ. TSCHECHIEN & WIR.

STADT–RAUM-MEIN

Workshop mit Jaromír Typlt und Michal Rataj

26.05.2019        im Atelier ART_ONLY,  Westwerk, Karl-Heine-Str. 89

Stadtraumerkundung mit klangkünstlerischen und literarischen Methoden. Der Lyriker und der Komponist leiten die Teilnehmenden durch einen Arbeitsprozess, der sie ihre eigene Stadt neu entdecken lässt. Von genauen Beobachtungen ausgehend, entstehen eigene Texte, zu denen Klänge gesammelt und improvisiert werden. Abschließend gipfeln die Erkundungen des Tages in eigene Kompositionen. Mehr Informationen folgen… Um Anmeldung wird gebeten. Bitte Laptop mit installiertem Schnittprogramm (Audacity – kostenlos, Reaper – 60 Tage kostenlose Testversion) mitbringen, wenn vorhanden auch gute, geschlossene Kopfhörer und Aufnahmegeräte.

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– PRALIPZ. TSCHECHIEN & WIR.

1. AUFNAHME BRNO

Von & mit Bettina Hartz

2. ŠKRÁBANICE

Von & mit Jaromír Typlt und Michal Rataj

27.05.2019    20:00 Uhr    im Atelier ART_ONLY,  Westwerk, Karl-Heine-Str. 89

1.

Ausstattung der Autorin in Brno: Laptop, Block, Stift, AufnahmegerätIm Rahmen des deutsch-tschechischen Residenzprogramms AHOJ erkundete Bettina Hartz im September 2018 für einen Monat Brno. Sie hat Stadt, Land und Leute in Brno beobachtet und ihre Beobachtungen zu lyrischen Sprachaufnahmen verdichtet. Die GERÄUSCHKULISSE ermutigte die hörspielbegeisterte Schriftstellerin ihre zunächst lyrischen Sprachfotografien auch akustisch festzuhalten und produzierte gemeinsam mit ihr akustische Bruchstücke ihrer literarischen Auseinandersetzung.

Bettina Hartz, geboren 1974, ist Autorin von Drehbüchern, Theaterstücken, Prosa und Lyrik. Seit 1999 arbeitet sie als freie Schriftstellerin und Kulturjournalistin. 2018/19 kuratiert sie am Literaturhaus Berlin eine Veranstaltungsreihe zum «Prager Frühling und den Folgen im Osten bis ‘89». Bisher erschienen u.a.: «Nicht viel: Erzählung», Lunardi 2007, und «Auf dem Rad – Eine Frage der Haltung», DVA 2012.

2.

Albumcover ŠkrábaniceŠkrábanice ist ein improvisiertes Zusammenspiel von musikalischem Klang und lyrischem Text. Es nähert sich der Stadt Leipzig, umkreist Beobachtungen und lässt Raum zur Interpretation. Ein klanglich bearbeitetes Manuskript: Diffuse Laut- und Wortverbindungen entwickeln sich zu Wortgruppen, zu vollkommenen Sätzen und wieder zurück. Poesie-Fragmente verdichten sich klanglich, verharren, lösen sich auf. Zu hören sind Texte auf Tschechisch und Deutsch, die Jaromír Typlt im Laufe seiner AHOJ-Autorenresidenz im Oktober 2018 in Leipzig geschrieben hat. Field Recordings und abstrakte Klänge ergänzen die Sprachebene in dieser Vier-Kanal-Performance, die live gemischt wird. Seit 2009 arbeiten Michal Rataj und Jaromír Typlt zusammen und treten auf tschechischen sowie internationalen Festivals auf.

Jaromír Typlt, geboren 1973, lebt als Dichter, Performer und Essayist mit dem Schwerpunkt Art Brut in Prag. Seit 1990 sind zahlreiche Gedichtbände erschienen, zuletzt «Za dlouho» (2016). Übersetzungen seiner Texte sind u.a. auf deutsch, italienisch, französisch und polnisch erschienen. In seinen Performances experimentiert er entlang der Grenzen von Dichtung, Musik und bildender Kunst.

Michal Rataj, geboren 1975, lebt als Komponist und Klangkünstler in Prag. Er ist assoziierter Professor für Musik am Institut für Komposition der Akademie für Musik, Akademie der Darstellenden Künste und an der NYU in Prag. Seit 2000 arbeitet er als Radioproduzent beim Tschechischen Radio, wo er über 150 originale Radiowerke mit Künstlern aus  der ganzen Welt produzierte. Dort baute er auch das Radiokunst-Archiv rAdioCUSTICA auf. Als Filmmusikproduzent hat er bereits über 40 Soundtracks für TV und Kino komponiert sowie klassische Orchester- und Kammermusik.

https://www.facebook.com/events/2272448709434503/

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