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Schwerpunkt REALITÄTEN DAZWISCHEN – Flucht & Migration

30.04.2018    21 Uhr    im Hostel & Garten Eden, Demmeringstr. 57

*Feature*

CALLSHOP STORIES
von & mit Martina Schulte und Andreas Becker

Männer stehen und laufen vorCallshop „My business is Heimweh“, sagt Melku. Der Äthiopier hat einen Telefonladen: Empfangstheke, Kühlschrank und Spielautomat, Internet-Terminals und sechs Telefonkabinen – Albanien 35 Cent, Kuba 80 Cent die Minute.

Melkus Kunden sind selten Deutsche, meist Zugewanderte und nicht alle besitzen gültige Papiere. Die Telefonkabinen sind der direkte Draht in die Heimat: Liebesgeflüster, Geldgeschäfte, Treueschwüre.

Die Autoren haben über Monate hinweg das Vertrauen der regelmäßigen Call-Shop-Besucher gewonnen und durften ihre Telefongespräche aufzeichnen.

https://www.facebook.com/events/1016016391871384/

Regie: Petra Feldhoff
Produktion:WDR/SR/DKultur/RBB 2006
Länge: 54’05

Martina Schulte, Jahrgang 1968, lebt als Autorin für Hörfunk und Fernsehen in Köln und Amsterdam. Zuletzt: „Deutschland in Kleinanzeigen“ (WDR/DLF/SWR/RBB 2013).

Andreas Becker, Jahrgang 1969, studierte Literatur und Wirtschaftspolitik. Redakteur bei der Deutschen Welle.

Gefördert von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL), der Autorenstiftung und dem Studentenwerk Leipzig.

 

 

Schwerpunkt REALITÄTEN DAZWISCHEN – Flucht & Migration

28.05.2018    21 Uhr    im Hostel & Garten Eden, Demmeringstr. 57

*Feature*

SITUATION ROOMS
von Rimini Protokoll, Helgard Haug
mit Juliane Männel

Leerer Gang der Multiplayer RauminstallationSITUATION ROOMS ist der Schnittpunkt der neuen Kriege: der Soundtrack mit Stimmen aus Syrien, Afrika, Israel, Deutschland, Indien, Russland und der Schweiz führt Menschen zusammen, deren Biografien von Waffen mitgeschrieben wurden.

In der globalisierten Welt des Waffenhandels führt das Zusammentreffen von Regierenden und Flüchtenden, von Profiteuren und Opfern, von Demonstranten und Soldaten zu unerwarteten Überlagerungen und neuen Fragen. Frei von simpler Moralisierung bietet Rimini Protokoll dem Hörer an die unterschiedlichen Positionen wie Charaktermasken überzuziehen und auszutesten, wie es sich anfühlt in dieser oder jener Haut und Logik zu stecken.

Das Stück wurde als Multi-Player-Video-Stück bei der Ruhrtirennale im August 2013 uraufgeführt. Für den WDR entwickeln Rimini Protokoll aus dem akustischen Material ihrer Inszenierung ein Radiostück.

https://www.facebook.com/events/318280808668524/

Buch: Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel
Regie: Helgard Haug
Redaktion: Gisela Corves
Produktion WDR 2014

Bild: Jörg Baumann / Ruhrtriennale 2013

Rimini Protokoll ist eine Gruppe, die Theater-, Performance-, Film-, Installations- und Hörspiel-Projekte realisiert. Sie besteht seit 2000 aus dem Autoren-Regie-Team Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel. Ihre Arbeiten entstehen in Zweier- und Dreier-Konstellationen sowie Solo. Seit 2003 haben Rimini Protokoll in Berlin ihr Hauptquartier aufgeschlagen und ihr Produktionsbüro im Hebbel am Ufer.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Weiterentwicklung der Mittel des Theaters, um ungewöhnliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen. In Berlin und Dresden entwickelten sie begehbare Stasi-Hörspiele, in denen die Observationsprotokolle per Androidtelefon abhörbar wurden. Für das Schauspielhaus Hamburg inszenierten sie eine „Weltklimakonferenz“ als Simulation eines UN-Gipfels für jeweils 650 Zuschauer, aufgeteilt in 196 Länderdelegationen. Zur Zeit inszenieren sie die Tetralogie Staat 1-4 über post-demokratische Phänomene.

Viele ihrer Arbeiten wurden ausgezeichnet: u.a. Shooting Bourbaki 2003 mit dem NRW-Impulse-Preis; Deadline (2004), Wallenstein – eine dokumentarische Inszenierung (2006) und Situation Rooms (2014) wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen; Karl Marx: Das Kapital. Erster Band (Haug / Wetzel) gewann 2007 beim Festival Stücke sowohl den Publikumspreis als auch den Mülheimer Dramatiker Preis 2007 sowie 2008 den Hörspielpreis der Kriegsblinden (nominiert war ebenfalls Peymannbeschimpfung). 2011 wurde das Gesamtwerk von Rimini Protokoll mit dem Silbernen Löwen der 41. Theaterbiennale Venedig ausgezeichnet. 2014 erhielten Helgard Haug und Daniel Wetzel den Deutschen Hörspielpreis der ARD und 2015 den Deutschen Hörbuchpreis der ARD.

Gefördert von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL), der Autorenstiftung und dem Studentenwerk Leipzig.