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Schwerpunkt REALITÄTEN DAZWISCHEN – Flucht & Migration

26.02.2018    20 Uhr    im Cineding

*Hörspiel*

DIE UMSIEDLER.
nach Arno Schmidt.

von & mit Anna Pein

Flucht & Migration: Fastnachtsumzug im badischen Lahr, Ende der Vierzigerjahre, Plakat mit der Aufschrift "Badens neuester Schreck, der neueste Flüchtlingstreck"
Fastnachtsumzug im badischen Lahr, Ende der Vierzigerjahre, Plakat mit der Aufschrift „Badens neuester Schreck, der neueste Flüchtlingstreck“

„Regen floss schräg um die knochigen Bäume; Wind gab krummen Flüchtlingen Püffe in Haar und Augen …“

Über 13 Millionen Menschen waren nach dem 2. Weltkrieg auf der Flucht. Sie mussten in Notunterkünften untergebracht und irgendwie versorgt werden. Sie waren nicht willkommen – diese Hungerleider mit den sonderbaren Dialekten. Wer weiterzog, war denen, die etwas mehr hatten, am liebsten. Es entstand ein hartnäckiger, innerdeutscher Fremdenhass, der in Arno Schmidts 1953 veröffentlichtem Kurzroman ‘Die Umsiedler’ in scharf ausgeleuchteten Szenen eine unheimliche Aktualität erhält.

Während seiner Umsiedlung lernt der Ich-Erzähler die junge Witwe Katrin kennen, die bei einem Bombenangriff einen Fuß verlor. Mit ihrer kleinen Rente, Liebeshunger und einem resoluten Lebensmut stranden die beiden in einem ihnen zugewiesenen Ort und versuchen, sich dort anzusiedeln.

Autorin Anna Pein und Regisseur Oliver Sturm übersetzen Schmidts literarisches Fotoalbum, das voll unerhörter Metaphorik, extravagantem Sprachwitz und poetischer Wucht ist, in akustische Bilder. Kunstvoll werden Originaltonaufnahmen, literarischer Text und Klangkunstelemente zu einer herausragenden Komposition verwoben.

https://www.facebook.com/events/407113966393988/

Nach dem gleichnamigen Kurzroman von Arno Schmidt
Mit Tilo Werner, Katharina Marie Schubert, Werner Wölbern, Jürgen Uter u.a.
Bearbeitung: Anna Pein
Regie: Oliver Sturm
NDR/WDR 2017

Anna Pein, geboren 1957, studierte in Hamburg an der Hochschule für bildende Künste und lebt heute in Berlin. Sie schrieb Drehbücher und führte Regie bei dem Kinofilm „Meermanns Baumhaus“. Ihr erstes Hörspiel „Mädchenzimmer mit Soldaten“ wurde auch als Theaterstück aufgeführt und beim Heidelberger Stückemarkt nominiert. Das Hörspiel „Potentielle Freunde“ (zusammen mit Stefanie Schütz) erhielt den Hamburger Förderpreis für Literatur und lief auf den Autorentagen im Thalia Theater Hamburg. Weitere Hörstücke: „Liebesbriefe ans Personal“, „Die Mondscheinbraut“ sowie Romanadaptionen von Irmtraud Morgner und Arno Schmidt.

Mit freundlicher Unterstützung der Arno Schmidt Stiftung, des henschel Theaterverlags und des NDR.

Gefördert von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) und dem Studentenwerk Leipzig.

 

 

Schwerpunkt REALITÄTEN DAZWISCHEN – Flucht & Migration

18.03.2018    21 Uhr

BUCHMESSE-SPECIAL:
in Kooperation mit Leipzig Liest

*Hörspiel*

ILLEGALE HELFER
von & mit Maxi Obexer

Sie kommen aus der Mitte der Gesellschaft – Ärzte, Richter, Sozialarbeiter, Studenten. Aber was sie tun, bringt sie an den Rand der Illegalität. Und manchmal darüber hinaus. Nur weil sie eines tun: helfen.

Sie helfen Geflüchteten und Migranten ohne legalen Status. Sie retten sie vor der Abschiebung, bieten Schutz und Unterkunft. Oder sie bringen sie über die Grenze, wenn alle anderen Wege ausgeschöpft sind. Einige von ihnen sind dadurch schon mehrfach straffällig geworden, andere riskieren ihren Beruf und Status. Denn diese Hilfe steht oft im Widerspruch zur Rechtslage. „Illegale Helfer“ basiert auf den Erzählungen und Berichten von Menschen, die diese Risiken eingehen, weil sie nicht anders können. Und weil sie etwas anderes wollen – etwas anderes als eine Gesellschaft, in der menschliche Unterstützung eine Straftat werden kann.

https://www.facebook.com/events/1614240118614565/

Von Maxi Obexer
Mitarbeit: Lars Studer
Regie: Martin Zylka
Redaktion: Isabel Platthaus
Produktion: WDR 2015

Maxi Obexer, geboren 1970, ist eine deutsch-italienische Schriftstellerin aus Südtirol, die in Berlin lebt. Sie ist freischaffende Autorin von Theaterstücken, Romanen, Hörspielen, Essays und Erzählungen. Außerdem ist sie Gründerin des Neuen Instituts für Dramatisches Schreiben, Nids. Sie hatte zahlreiche Gastprofessuren inne, u.a. an der Georgetown University in Washington DC, am Dartmouth College in New Hampshire, am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Universität der Künste in Berlin. Sie war Stipendiatin u.a. der Berliner Akademie der Künste, des Literarischen Colloquiums Berlin und der Akademie Schloss Solitude, Stuttgart.

Lange bevor die Schiffskatastrophen im deutschsprachigen Raum wahrgenommen wurden, machte Obexer die europäische Einwanderungspolitik zu einem thematischen Schwerpunkt ihrer Arbeit und fragt seither nach der Bedeutung Europas. Es entstanden erfolgreiche Theaterstücke und Hörspiele wie „Das Geisterschiff“(2006), „Gehen und Bleiben“ (2017) oder „Illegale Helfer“ (2015), das mit dem Eurodrampreis und dem Robert Geisendörfer Preis 2016 ausgezeichnet wurde. Zusammen mit ihren zahlreichen Essays und dem Roman „Wenn gefährliche Hunde lachen“ (2011), zeigt sie in ihren Werken eine vielseitige und ungewohnte Perspektive auf das Ein- und Auswandern von Menschen.

Gefördert von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) und dem Studentenwerk Leipzig.

 

 

Schwerpunkt REALITÄTEN DAZWISCHEN – Flucht & Migration

30.04.2018    21 Uhr

angefragt:

*Feature*

CALLSHOP STORIES
von & mit Martina Schulte und Andreas Becker

„My business is Heimweh“, sagt Melku. Der Äthiopier hat einen Telefonladen: Empfangstheke, Kühlschrank und Spielautomat, Internet-Terminals und sechs Telefonkabinen – Albanien 35 Cent, Kuba 80 Cent die Minute.

Melkus Kunden sind selten Deutsche, meist Zugewanderte und nicht alle besitzen gültige Papiere. Die Telefonkabinen sind der direkte Draht in die Heimat: Liebesgeflüster, Geldgeschäfte, Treueschwüre.

Die Autoren haben über Monate hinweg das Vertrauen der regelmäßigen Call-Shop-Besucher gewonnen und durften ihre Telefongespräche aufzeichnen.

https://www.facebook.com/events/1016016391871384/

Regie: Petra Feldhoff
Produktion:WDR/SR/DKultur/RBB 2006
Länge: 54’05

Martina Schulte, Jahrgang 1968, lebt als Autorin für Hörfunk und Fernsehen in Köln und Amsterdam. Zuletzt: „Deutschland in Kleinanzeigen“ (WDR/DLF/SWR/RBB 2013).

Andreas Becker, Jahrgang 1969, studierte Literatur und Wirtschaftspolitik. Redakteur bei der Deutschen Welle.

Gefördert von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) und dem Studentenwerk Leipzig.

 

 

Schwerpunkt REALITÄTEN DAZWISCHEN – Flucht & Migration

28.05.2018    21 Uhr

*Feature*

SITUATION ROOMS
von Rimini Protokoll
mit Helgard Haug

SITUATION ROOMS ist der Schnittpunkt der neuen Kriege: der Soundtrack mit Stimmen aus Syrien, Afrika, Israel, Deutschland, Indien, Russland und der Schweiz führt Menschen zusammen, deren Biografien von Waffen mitgeschrieben wurden.

In der globalisierten Welt des Waffenhandels führt das Zusammentreffen von Regierenden und Flüchtenden, von Profiteuren und Opfern, von Demonstranten und Soldaten zu unerwarteten Überlagerungen und neuen Fragen. Frei von simpler Moralisierung bietet Rimini Protokoll dem Hörer an die unterschiedlichen Positionen wie Charaktermasken überzuziehen und auszutesten, wie es sich anfühlt in dieser oder jener Haut und Logik zu stecken.

Das Stück wurde als Multi-Player-Video-Stück bei der Ruhrtirennale im August 2013 uraufgeführt. Für den WDR entwickeln Rimini Protokoll aus dem akustischen Material ihrer Inszenierung ein Radiostück.

https://www.facebook.com/events/318280808668524/

Buch: Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel
Regie: Helgard Haug
Redaktion: Gisela Corves
Produktion WDR 2014

Rimini Protokoll ist eine Gruppe, die Theater-, Performance-, Film-, Installations- und Hörspiel-Projekte realisiert. Sie besteht seit 2000 aus dem Autoren-Regie-Team Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel. Ihre Arbeiten entstehen in Zweier- und Dreier-Konstellationen sowie Solo. Seit 2003 haben Rimini Protokoll in Berlin ihr Hauptquartier aufgeschlagen und ihr Produktionsbüro im Hebbel am Ufer.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Weiterentwicklung der Mittel des Theaters, um ungewöhnliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen. In Berlin und Dresden entwickelten sie begehbare Stasi-Hörspiele, in denen die Observationsprotokolle per Androidtelefon abhörbar wurden. Für das Schauspielhaus Hamburg inszenierten sie eine „Weltklimakonferenz“ als Simulation eines UN-Gipfels für jeweils 650 Zuschauer, aufgeteilt in 196 Länderdelegationen. Zur Zeit inszenieren sie die Tetralogie Staat 1-4 über post-demokratische Phänomene.

Viele ihrer Arbeiten wurden ausgezeichnet: u.a. Shooting Bourbaki 2003 mit dem NRW-Impulse-Preis; Deadline (2004), Wallenstein – eine dokumentarische Inszenierung (2006) und Situation Rooms (2014) wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen; Karl Marx: Das Kapital. Erster Band (Haug / Wetzel) gewann 2007 beim Festival Stücke sowohl den Publikumspreis als auch den Mülheimer Dramatiker Preis 2007 sowie 2008 den Hörspielpreis der Kriegsblinden (nominiert war ebenfalls Peymannbeschimpfung). 2011 wurde das Gesamtwerk von Rimini Protokoll mit dem Silbernen Löwen der 41. Theaterbiennale Venedig ausgezeichnet. 2014 erhielten Helgard Haug und Daniel Wetzel den Deutschen Hörspielpreis der ARD und 2015 den Deutschen Hörbuchpreis der ARD.

Gefördert von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) und dem Studentenwerk Leipzig.