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Schwerpunkt REALITÄTEN DAZWISCHEN – Flucht & Migration

28.05.2018    21 Uhr    im Hostel & Garten Eden, Demmeringstr. 57

*Feature*

SITUATION ROOMS
von Rimini Protokoll
mit Juliane Männel

Leerer Gang der Multiplayer RauminstallationSITUATION ROOMS ist der Schnittpunkt der neuen Kriege: der Soundtrack mit Stimmen aus Syrien, Afrika, Israel, Deutschland, Indien, Russland und der Schweiz führt Menschen zusammen, deren Biografien von Waffen mitgeschrieben wurden.

In der globalisierten Welt des Waffenhandels führt das Zusammentreffen von Regierenden und Flüchtenden, von Profiteuren und Opfern, von Demonstranten und Soldaten zu unerwarteten Überlagerungen und neuen Fragen. Frei von simpler Moralisierung bietet Rimini Protokoll dem Hörer an die unterschiedlichen Positionen wie Charaktermasken überzuziehen und auszutesten, wie es sich anfühlt in dieser oder jener Haut und Logik zu stecken.

Das Stück wurde als Multi-Player-Video-Stück bei der Ruhrtirennale im August 2013 uraufgeführt. Für den WDR entwickeln Rimini Protokoll aus dem akustischen Material ihrer Inszenierung ein Radiostück.

https://www.facebook.com/events/318280808668524/

Buch: Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel
Regie: Helgard Haug
Redaktion: Gisela Corves
Produktion WDR 2014

Bild: Jörg Baumann / Ruhrtriennale 2013

Rimini Protokoll ist eine Gruppe, die Theater-, Performance-, Film-, Installations- und Hörspiel-Projekte realisiert. Sie besteht seit 2000 aus dem Autoren-Regie-Team Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel. Ihre Arbeiten entstehen in Zweier- und Dreier-Konstellationen sowie Solo. Seit 2003 haben Rimini Protokoll in Berlin ihr Hauptquartier aufgeschlagen und ihr Produktionsbüro im Hebbel am Ufer.

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Weiterentwicklung der Mittel des Theaters, um ungewöhnliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen. In Berlin und Dresden entwickelten sie begehbare Stasi-Hörspiele, in denen die Observationsprotokolle per Androidtelefon abhörbar wurden. Für das Schauspielhaus Hamburg inszenierten sie eine „Weltklimakonferenz“ als Simulation eines UN-Gipfels für jeweils 650 Zuschauer, aufgeteilt in 196 Länderdelegationen. Zur Zeit inszenieren sie die Tetralogie Staat 1-4 über post-demokratische Phänomene.

Viele ihrer Arbeiten wurden ausgezeichnet: u.a. Shooting Bourbaki 2003 mit dem NRW-Impulse-Preis; Deadline (2004), Wallenstein – eine dokumentarische Inszenierung (2006) und Situation Rooms (2014) wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen; Karl Marx: Das Kapital. Erster Band (Haug / Wetzel) gewann 2007 beim Festival Stücke sowohl den Publikumspreis als auch den Mülheimer Dramatiker Preis 2007 sowie 2008 den Hörspielpreis der Kriegsblinden (nominiert war ebenfalls Peymannbeschimpfung). 2011 wurde das Gesamtwerk von Rimini Protokoll mit dem Silbernen Löwen der 41. Theaterbiennale Venedig ausgezeichnet. 2014 erhielten Helgard Haug und Daniel Wetzel den Deutschen Hörspielpreis der ARD und 2015 den Deutschen Hörbuchpreis der ARD.

Gefördert von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL), der Autorenstiftung und dem Studentenwerk Leipzig.

 

 

Schwerpunkt REALITÄTEN DAGEGEN – Anpassung & Widerstand

25.06.2018    20 Uhr    im Garten der Buchhandlung Grümmer, Zschochersche Str. 18

*Hörspiel*

HAST DU DIE NACHT GENUTZT?
von Irina Liebmann
mit Irina Liebmann & Barbara Plensat

Foto vom Mond in Schwarz-WeißDer Alltag ist surreal. Tagsüber passiert immer das Gleiche, es gibt wenig Abwechslung. Doch die interessanten Dinge passieren nachts und meistens anderswo in der Welt. Eine Frau, ein Mann. Er verlässt sie, geht in den Westen. Sie übersteht es. Irgendwann kommt ein neuer Mann. Bomben fallen im Iran, in
Tschernobyl – der Supergau und in Berlin brennt die U-Bahn. Wie kann sie die ganze Welt sehen – trotz der Grenzen um sie herum?

Das einzige experimentelle Hörspiel, das in der DDR je produziert wurde – künstlerischer Widerstand in der Form. Dazu laden wir nicht nur die Autorin ein, sondern auch eine Regisseurin, die nicht nur in der DDR viele Produktionen leitete, sondern dies auch heute noch tut. Anpassung & Widerstand in zwei verschiedenen politischen Systemen.

Irina Liebmann , geboren 1943 in Moskau, lebt als Schriftstellerin und Autorin von Prosa, Lyrik, Theaterstücken und Hörspielen in Berlin. Auf dem zehnten Schriftstellerkongress der DDR 1987 forderte sie ein „Theater der Autoren, in dem Autoren den Spielplan selber zusammenstellen“. Das Theater in der DDR kritisierte sie als bürgerliche Einrichtung. Zunehmende Unzufriedenheit mit den Zuständen in der DDR veranlasste sie 1988 dazu, mit ihrer Familie nach West-Berlin überzusiedeln. Dort entwickelte sie eine nicht fiktionale Prosa, die immer auch lyrisch-dramatisch ist. Spielort ihrer Werke ist meist die Mitte von Berlin als ein Ort deutscher Geschichte und Gegenwart. Seit 2014 ist sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung . Für ihre Werke erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. 1980 den Hörspielpreis der DDR , 1987 den Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt und 2008 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik.

Barbara Plensat , geboren 1939, lebt als Hörspielregisseurin in Berlin. Sie arbeitete zunächst als Tontechnikerin, später als Regieassistentin beim Rundfunk der DDR. Nach dem Studium der Theaterwissenschaft wurde sie festangestellte Regisseurin. Sie war Co-Regisseurin bei dem Hörspiel ‘Die Grünstein-Variante ’ , das als einziges Hörspiel aus der DDR auch im Westen diskutiert wurde und 1977 den Prix Italia erhielt. Seit dem Ende der DDR arbeitet sie als freie Regisseurin für die ARD. Ihre Inszenierung von ‘Kein Brief gestern, keiner heute’ nach Texten von Franz Kafka und von Matthias Baxmann ist Hörspiel des Jahres 2003.

Autorin: Irina Liebmann
Regie: Barbara Plensat
Produktion: Rundfunk der DDR 1987
Dauer: 33 Minuten, anschließend offenes Gespräch über das Stück sowie Hörspiel in der DDR und heute

Gefördert von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL), der Autorenstiftung und dem Studentenwerk Leipzig. Eine Kooperation mit der Buchhandlung Grümmer.